Wachstumsoffensive 2023 hat besonders hohe Priorität10,2 % höherer Auftragseingang bei Koenig & Bauer

  • Bestellzuwächse im Service sowie im Verpackungs- und Wertpapierdruck
  • Gut gefüllte Projektpipeline in allen Geschäftsfeldern
  • 6,2 % Umsatzzuwachs
  • Volle Kapazitätsauslastung durch hohen Auftragsbestand
  • Q1-Ergebnis trotz Wachstumsaufwendungen nahe Vorjahr
  • 37,5 % Eigenkapitalquote
  • Konzernziele 2019: organischer Umsatzanstieg von rund 4 % und EBIT-Marge von rund 6 %

In das Geschäftsjahr 2019 ist die Koenig & Bauer-Gruppe mit einem gegenüber dem Vorjahresquartal zweistellig auf 276,4 Mio. € gestiegenen Auftragseingang gut gestartet. Zu diesem starken, über dem Branchendurchschnitt liegenden Zuwachs haben deutlich mehr Serviceaufträge und Bestellungen für den Faltschachtel-, Glasdirekt- und Wertpapierdruck beigetragen. Der Umsatz übertraf mit 230,7 Mio. € den Vorjahreswert um 6,2 %. Das EBIT war durch das niedrige Umsatzniveau noch leicht negativ und lag trotz hoher Markteintritts- und Wachstumsaufwendungen mit –2,8 Mio. € nahe am Vorjahreswert von –1,9 Mio. €. Mit –4,9 Mio. € entspricht das Konzernergebnis im ersten Quartal 2019 einem anteiligen Ergebnis je Aktie von –0,30 €.

Das umfassende Angebot an klassischen und neuen, datenbasierten Services trug zusammen mit dem Digitalisierungskonzept Koenig & Bauer 4.0 zum zweistelligen Anstieg des Auftragseingangs bei (1)

Starker Auftragseingang bei Sheetfed

Neben einem erfreulichen Service-Neugeschäft führten deutlich höhere Maschinenbestellungen für den Verpackungsdruck zu einem Zuwachs des Auftragseingangs bei Sheetfed um 12,4 % auf 173,5 Mio. €. Mit 1,8 % legte der Umsatz leicht auf 113,0 Mio. € zu. Der gute Auftragsbestand von 250,5 Mio. € sorgt weiterhin für eine hohe Kapazitätsauslastung. Durch den Produktmix und die Messekosten für die Print China lag das EBIT mit –3,1 Mio. € unter dem Vorjahr (0,4 Mio. €).

Wachstumsaufwendungen belasten Digital & Web-Ergebnis

Trotz des deutlich gewachsenen Servicegeschäfts blieben die Bestellungen bei Digital & Web mit 31,9 Mio. € durch weniger Maschinenaufträge für den Zeitungs- und flexiblen Verpackungsdruck unter dem Vorjahreswert von 45,2 Mio. €. Mit 32,4 Mio. € lag der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Der Vorjahreswert von 32,5 Mio. € war durch hohe Serviceerlöse aufgrund großer Maschinenumzüge begünstigt. Das durch Markteintritts- und Wachstumsaufwendungen belastete EBIT betrug –5,6 Mio. € gegenüber –4,5 Mio. € im Vorjahr. Mit 85,4 Mio. € liegen Auftragsbestand und Kapazitätsauslastung auf einem hohen Niveau.

Deutliche Auftrags- und Umsatzzuwächse bei Special

Mehr Serviceaufträge und Maschinenbestellungen im Wertpapier- und Glasdirektdruck steigerten das Neugeschäft im Segment Special um 37,7 % auf 80,0 Mio. €. Der Umsatz legte um 20,8 % auf 92,8 Mio. € zu. Mit 331,7 Mio. € war der Auftragsbestand Ende März um 6,2 % höher als vor zwölf Monaten. Nach einem Segmentgewinn von 3,8 Mio. € im Vorjahr wird für das erste Quartal 2019 ein EBIT von 2,0 Mio. € ausgewiesen.

Einen zusätzlichen Auftragsschub brachte die sehr erfolgreiche Messe Print China Mitte April (2)

Solides Bilanz- und Finanzprofil

Trotz deutlich zurückgeführter Forderungen und gestiegener Kundenanzahlungen haben höhere Vorräte für das Umsatzwachstum in den Folgequartalen sowie hohe Investitionen für Bau- und IT-Projekte den Cashflow belastet. Zusätzlich erfolgte eine Teilzahlung in Höhe von 20 Mio. CHF an die schweizerische Bundesanwaltschaft im Rahmen der festgelegten Gewinneinziehung nach dem Abschluss des Selbstanzeige-Verfahrens wegen Defiziten in der Korruptionsprävention bei der Schweizer Tochtergesellschaft KBA-NotaSys SA. Neben der Eigenliquidität verfügt Koenig & Bauer mit einer syndizierten Kreditlinie mit langfristiger Laufzeit über eine gute und stabile Finanzbasis. Die Eigenkapitalquote lag Ende März 2019 bei 37,5 %.

Konzernziele 2019

CFO Mathias Dähn: „Mit dem zum 31. März 2019 auf 656,6 Mio. € gestiegenen Auftragsbestand haben wir eine gute Visibilität bis in den Herbst 2019 und im Wertpapierdruck aufgrund der guten Auftragslage bis in das Jahr 2020. Darüber hinaus war die Messe Print China Mitte April in Guangdong mit den über unseren Erwartungen liegenden Verkaufsabschlüssen im mittleren zweistelligen Millionenbereich sehr erfolgreich. Auf Basis der guten Auftrags- und Projektlage mit der konzernweit vollen Kapazitätsauslastung sowie der weiteren Fortschritte bei unseren Konzernprojekten zur Realisierung der 70 Mio. € Ergebnissteigerung gegenüber 2016 sind wir zuversichtlich, 2019 einen organischen Umsatzanstieg im Konzern von rund 4 % und eine EBIT-Marge von rund 6 % zu erreichen. Eine besonders hohe Priorität hat unsere Wachstumsoffensive 2023, deren Kosten wir kumuliert für 2019 bis 2021 auf rund 50 Mio. € einschätzen bei einer stärkeren Belastung des Startjahres. Die daraus resultierende Margenbelastung ist in unserem Ertragsziel 2019 bereits enthalten.“

Mittelfristziele bis 2023

CEO Claus Bolza-Schünemann: „Mit unserer Wachstumsoffensive 2023 wollen wir die sich aktuell bietenden Marktchancen im Kartonagen-, Wellpappen-, flexiblen Verpackungs-, 2-Teil-Dosen-, Kennzeichnungs-, Glasdirekt- und Dekordruck sowie im Postpress-Bereich offensiv für ein nachhaltiges profitables Wachstum nutzen. Der Einfluss des volatilen Wertpapiergeschäfts wird sich mit dem höheren Verpackungsanteil am Konzernumsatz reduzieren. Bei den Rollenoffsetmaschinen für den Zeitungs- und Akzidenzdruck gehen wir von einem weiteren Abschmelzen insbesondere des Servicegeschäfts aus. Mit allen unseren Initiativen und Projekten streben wir bis 2023 eine Steigerung des Konzernumsatzes auf rund 1,5 Mrd. € mit einer EBIT-Marge zwischen 7 % und 10 % an. Zur Umsatz- und Ergebnissteigerung sollen alle drei Segmente beitragen. Neben einer Dividendenquote von 15 % bis 35 % des Konzernergebnisses sind eine Eigenkapitalquote von über 45 %, ein Net Working Capital-Zielkorridor zwischen 20 % und 25 % des Umsatzes und ein Service-Umsatzanteil von 30 % weitere Zielgrößen.“

Zahlen auf einen Blick 

Der Quartalsbericht steht als PDF-Download hier zur Verfügung.    

 

 

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Bernd Heusinger
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